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Ungelöstes Grabsteinrätsel in Ost-Finnland

Hier mal was für unsere Software-Tüftler und Verschwörungs-Theoretiker: Im Osten Finnlands (in der Geburtsstadt meiner Großmutter, Savonlinna) hat man einen Grabstein mit einer seltsamen Punkt-Schrift entdeckt. Bislang hat niemand den Inhalt der Botschaft entschlüsselt – ja, man weiß nicht einmal, ob auf dem Grabstein früher Buchstaben aus Metall angebracht waren, die im Krieg gegen Essbares eingetauscht wurden. Vermutlich ist der Stein russisch – im Kloster Valamo im Laatokka-See gibt es ähnliche Steine. Es wird spekuliert, dass es sich bei den Punkten um eine alte Blindenschrift handeln könnte, die von den Mönchen dort früher benutzt wurde. Aber Genaues weiß man nicht. Selbst Universitäts-Experten haben bislang keine Antwort auf das Rätsel. Der Stein ist aus einer Art Beton und höchstens 150 Jahre alt. Der Totenkopf war angeblich auch Zeichen der Freimaurer zu der Zeit in Karelien. Angeblich wird der Name “Tarasov” mit dem Stein verbunden. Vielleicht ein Anhaltspunkt für Dechiffrierwillige.

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Original-Artikel: hier: http://tmopieppo.vapaavuoro.uusisuomi.fi/kulttuuri/167069-tuntemattoman-hauta

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Neues wagen.

Neues wagen.

“Durch die Jahrhunderte gab es Männer, die ihre ersten Schritte auf neuen Wegen unternahmen – mit nichts weiterem als ihrer eigenen Vision. Ihre Ziele unterschieden sich, aber sie alle hatten dieses gemeinsam: Dass der Schritt der Erste war, der Weg neu, die Vision unerfüllt, und die Antwort, die sie bekamen – Hass. Die großen Schöpfer – die Denker, die Künstler, die Wissenschaftler, die Erfinder – standen alleine gegen die Menschen ihrer Zeit. Jeder große neue Gedanke wurde bekämpft. Jede große neue Erfindung wurde verleugnet. Der erste Motor wurde als blödsinnig empfunden. Das Flugzeug war unmöglich. Die automatische Webmaschine war böse. Anästhesie wurde als Sünde betrachtet. Aber die Männer der unerfüllten Vision schritten voran. Sie kämpften, sie litten und sie bezahlten. Aber sie haben gewonnen.”

aus The Fountainhead von Ayn Rand, eigene Übersetzung

Bild von Cory Doctorow (Flickr) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Orest Adamovich Kiprensky [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Alexander Puschkin: Ode an die Freiheit

Von wegen “man findet alles im Netz”. Interessiert an Dichtern der Freiheit im Allgemeinen, der Romantik im Besonderen und Russland (aus aktuellem Anlass) im Speziellen – stolperte ich vor einigen Wochen im Zuge der Krim-Krise auf ein Gedicht des jungen Alexander Puschkin aus 1817, die “Ode an die Freiheit” - in der er die Herrschaft des Rechts gegen die Krone verteidigt. Nirgends war davon eine Übersetzung zu finden – erst die Google Buch-Suche ergab einen Druck aus 1850 – den ich hier wiedergeben möchte. Immerhin wurden die Zeilen anonym verfasst und damals rasend unter Revolutionären verbreitet – was dem jungen Puschkin eine Zwangsversetzung – oh, welch Ironie – u.a. auf die Krim bescherte. Es fehlen vier Zeilen – wenn jemand die ergänzen könnte. Das wäre toll!

Ode an die Freiheit von Alexander Puschkin
(aus Die Grenzboten, 1850, Band 9, Teil 1)

Entfleuch dem Aug’ dich zu verstecken,
Kraftlose Liebeskönigin!…
Wo, wo bist du, der Könige Schrecken,
Der Freiheit stolze Sängerin?
Reiß mir vom Haupt die Blumenkron’ -
Die sanfte Laier laß zerspringen,
Ich will der Welt die Freiheit singen,
Das Laster treffen auf dem Thron.
-
-
-
-
Des laun’gen Glücke Söhne all’,
Erzittert, Ihr der Welt Tyrannen!
Doch Ihr vernehmt’s, Euch zu ermannen
Ihr Sklaven auf von Eurem Fall!…

Das Auge bebt vor der Bedrängnis
Und Noth des Bolks entsetzt zurück -
Die Tugend schmachtet im Gefängnis,
Das Laster schwelgt in Macht und Glück; -
Hier Vorurtheil und Unverstand,
Dort ganzer Völker Schmach und Schändung
Es reichen Bosheit und Verblendung
Am Throne sich die Bruderhand.

Nur dort liegt eines Volkes Stöhnen
Auf stolzem Königshaupte nicht,
Wo des Gesetzes Macht den schönen
Bund mit der heil’gen Freiheit flicht;
Wo starken Schutz ihr Schild gewährt,
Und wo geführt von sichern Händen,
Rings Schmach und Unheil abzuwenden
Dräut ihr gewaltig Flammenschwert.

Es trifft zu strafen und zu rächen
Die Sünde mit gerechtem Schlag,
Wo schnödes Gold es nicht bestechen
Und Furcht es nicht verderben mag.
Nicht die Natur – Gesetz gab Reich
Und Kron’, Ihr Herrscher! Euch zum Lehen;
Mögt höher als das Volk Ihr stehen:
Doch das Gesetz steht über Euch!…

O Wehe! Weh’ den Völkern allen,
Wo rohe Willkür herrscht, und dann
Volk oder König nach Gefallen
Ob dem Gesetze walten kann.
Sei du zum Zeuge mir erlaubt,
Du Opfer glänzender Verbrechen,
Im Sturm für deiner Väter Schwächen
Gefall’nes königliches Haupt!

Zum Tod muß Ludwig sich bereiten
Und die gekrönte Stirn gesenkt
Sieht man ihn zum Schaffote schreiten,
Dem Platz des Gräuls, mit Blut getränkt;
Volk und Gesetze waren taub -
Das blut’ge Mordbeil nur regierte:
Der Purpur, der den König zierte,
Wird seiner wilden Henker Raub.

Selbstmächt’ger Bösewicht und Sünder
Ich hasse Dich und Deine Brut -
Dein Untergang, der Deiner Kinder
Entflammt mein Aug’ zu froher Glut;
Auf Deiner Stirn gefurchtem Feld
Trägst Du als warnendes Exempel
Des Volksfluchs untilgbaren Stempel -
Du Vorwurf Gottes in der Welt!

Wenn auf der Newa dunkeln Wogen
Des Mondes klares Bild sich wiegt
Und dem Gewühl des Tags entzogen
Rings Alles tief im Schlummer liegt
Dann sorgenvoll der Sänger schaut
Das Denkmal langer Schreckensjahre:
Die öde, weiße Burg der Zare,
Die furchtbar durch den Nebel graut.

Er hört aus jener Mauern Schlunde
Die finstre Stimme Klio’s weh’n -
Er sieht vor sich die letzte Stunde
Kalizula’s lebendig stehn: -
Geschmückt mit Band und Orden bricht,
Berauscht von Wein und argen Tücken,
Der Mordschwarm ein mit stieren Blicken:
Im Herzen Furcht, Trotz im Gesicht.

Es schwieg der feile Wächter dorten,
Als sich die Brücke niederwand,
Im nächt’gen Dunkel sind die Pforten
Geöffnet von Verrätherhand;
Der Janitscharen Rotte bricht
Herein o Schrecken unsrer Tage!
Von ihrem mörderischen Schlage
Fällt der gekrönte Bösewicht.

O nehmt’s, Ihr Herrscher! Euch zur Lehre:
Nicht Strafen, nicht des Kerkers Nacht,
Nicht Orden, Krieger noch Altäre
Sind für Euch eine Schutzeswacht.
Vor des Gesetzes sich’rer Macht
Sollt Ihr die stolzen Häupter beugen -
Und Freiheit, Ruhe wird sich zeigen
Als Volks und Throne treue Wacht! -

Rußland: Das berüchtigte Gedicht Puschkin’s

Bekanntlich wurde Alexander Puschkin der berühmteste russische Dichter vom Kaiser Alexander eines politischen Gedichtes wegen in die Verbannung gesendet und mehrere Jahre darauf vom Kaiser Nicolaus ebenfalls eines politischen Gedichtes wegen begnadigt und an den Hof berufen. Man kann sich denken, daß die Kluft, welche zwischen beide Gedichten lag, wenigstens eben so groß war, wie die, welche zwischen der Berliner Nationalen und der Kreuzzeitung liegt. Die “Ode an die Freiheit”, das erste von Puschkin bekannt gewordene Gedicht, dasselbe, welches des Dichters Verbannung herbeiführt erscheint hier zum Erstenmal im Drucke. In Rußland durfte und darf man nicht wagen, es der Oeffentlichkeit zu übergeben, da der bloße Besitz einer Abschrift davon genügt, den Besitzer in die Bergwerke von Sibirien zu befördern. Wir theilen das Gedicht hier mit, nicht, weil wir ihm einen übertriebenen Werth beilegen (denn wir halten es nicht für besser als irgend ein Herwegh’sches der Art sondern blos als eine literarische Kuriosität, als dem Ausgangspunkt einer bedeutenden Dichterkraft, welche uns öfter zu kulturhistorischen und ästhetischen Betrachtungen Anlaß geben wird. In der Uebersetzung haben wir es vorgezogen, lieber einige Härten und unächte Reime durchgehen zu lassen, als den Sinn des Originals irgendwie zu beeinträchtigen.

Quelle:

http://books.google.de/books?id=x_4aAAAAYAAJ&dq=%22Ode%20an%20die%20Freiheit%22%20Puschkin&hl=de&pg=RA1-PA278#v=onepage&q=%22Ode%20an%20die%20Freiheit%22%20Puschkin&f=false

Foto:

Orest Adamovich Kiprensky [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

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Der beste Witz Finnlands.

Ein finnisches und ein japanisches Unternehmen beschlossen, jährlich einen Ruderwettbewerb zu veranstalten. In den Booten saßen jeweils acht Mann. Beide Teams trainierten hart und lang. Als der Tag des Wettrennens kam, waren beide Teams laut eigener Einschätzung in Topform.

Die Japaner gewannen mit einem Kilometer Vorsprung.

Nach der Niederlage waren die Finnen niedergeschlagen. Die Führung der Firma beschloss aber, dass aus Imagegründen die Mannschaft im nächsten Jahr das Rennen unbedingt gewinnen musste. Sie setzten eine Projektgruppe ein, um das Problem zu lösen.

Nach langen und zeitaufwändigen Analysen stellte die Projektgruppe fest, dass die Japaner sieben Ruderer und einen Steuermann hatten, die Finnen hingegen einen Ruderer und sieben Steuermänner.

In dieser Krisensituation zeigte die Unternehmensleitung erhebliches Handlungspotenzial. Es wurde entschieden, externe Berater anzustellen, um die Zusammensetzung des eigenen Teams zu durchleuchten.

Nach etlichen Monaten an harter und kostspieliger Arbeit kamen die Experten zum Ergebnis, dass im Team zu viele Steuermänner saßen und zu wenig Ruderer.

Gemäß dem Abschlussbericht der Expertenkommission machte die Unternehmensführung sofortige Änderungen in der Team-Zusammensetzung. Jetzt waren im Team vier Steuermänner, zwei Obersteuermänner, ein Teamleiter und der Ruderer. Zusätzlich wurde ein Bonus-System zur Motivation des Ruderers entwickelt.

“Wir müssen seine Arbeitsbeschreibung erweitern und ihm mehr Verantwortung geben.”, hieß es.

Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit zwei Kilometern Vorsprung.

Die finnische Mannschaft entließ den Ruderer aufgrund seiner schlechten Arbeitsleistung. Das Unternehmen zahlte aber der Unternehmensführung den Bonus wegen ihrer zahlreichen Bemühungen, das Ergebnis zu verbessern.

Für das nächste Jahr entwickeln die Finnen jetzt ein neues Boot.

(aus dem Finnischen: http://www.iltalehti.fi/uutiset/2014040818197687_uu.shtml)

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Spaziergang im März

Plötzlicher Richtungswechsel

strenger Nachtwind
eingefrorene Gesichtszüge
Lebenslagen
Lebenslügen

Nächste Biegung
wieder Richtungswechsel
wohltuende Stille
Horizonte
Leben

Plötzlicher Richtungswechsel
strenger Nachtwind
eingefrorene Gesichtszüge
lange Gerade
Starrsinn
Leere

Nächste Biegung
wieder Richtungswechsel

oben Ankunft
eine Weile verbleiben

und wieder nach Hause.

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Frieden

Wenn nach dem Sturm
der sinnlosen Gewalt
die leere träge ölige
See der Stille kommt

die hilflosen kleinen
kranken und hageren
gebrochenen Gestalten beginnen,
mühsam die Trümmer aufzulesen,

zusammenzukratzen ihre wenige Habe;

wenn die Menschen verstehen
was wurde zerstört
wer wurde verletzt
was wird nie wieder sein,

wer dabei starb – und niemals wiederkommt;

wenn der Wahn vergangen
die Leidenschaft gestorben
die Glut erloschen
das Feuer endgültig ausgebrannt,

wenn Reue machtlos ist
im Angesicht der Vernichtung,
der Wut der Zerstörung,
dem dumpfen Poltern
des fanatischen Kriegs

dann erst
werden wir wieder gelernt haben

was Leben für ein Wert ist,
was Frieden für ein Schatz,
was Liebe für eine Kraft,
was Zeit für eine Freude;

erst wenn die geballt hämmernden Fäuste
schlaff und taumelnd herunterhängen
und sich langsam öffnen
zu hilflos bettelnden Handschalen,

erst wenn trübe traurige Augen bitten
anstelle des Hasses Glanzes Befehl,
wenn kleine heiße beißende Tränen
das dumpfe Gelächter der Sieger ersetzen;

wenn Bilder des Diktators mit Füßen getreten,
goldene Paläste geschändet,
Fürstenröcke und Hoheitszeichen zerschnitten,
am Boden in zahllosen bunten Fetzen liegen,

erst wenn Freiheit, Demut und Wille regieren,
die Rechte des einfachen Ich;
das Kleine wieder zum Großen wird,
das Glück zum Ziele der Macht,

dann wird wieder Frieden sein
in dieser grausamen Welt.

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Dezembernacht mit Wind

19.12.13 Donnerstag, 3.30 Uhr Ich gehe in den Weinbergen mit den Hunden, plötzlich strömt ein warmer Wind den Berg herunter. Ein warmer Wind bei minus drei Grad?, dachte ich. Er riecht nach etwas, was ich noch nie gerochen habe. Erde, Sand, Zitronenduft, eine Brise Mandelblüte. Es ist Winter, ich verstehe nicht. Ich gehe seit Jahrzehnten diesen Weg, jede Nacht – und niemals zuvor habe ich diesen Wind gerochen. Ein neuer Wind, ein neuer Duft, ein Geruch so fremd, so neu, so aufregend. Ich fühle mich erinnert – an Erinnerungen jenseits meines verdorrten Bewusstseins. Ich fühle mich überrascht. Ich fühle mich glücklich! Schließlich hatte ich kurz vor Weihnachten, mitte vierzig, in einer Dezembernacht mit leichtem Nachtfrost, nichts Neues erwartet. Wie ich meinem Leben nichts mehr erwartet habe. Und plötzlich weht dieser leise, kurze Windstoß meine Lethargie davon, plötzlich sind wieder Optionen erkennbar, plötzlich entsteht in mir etwas Hoffnung! Er hat mich ver-rückt, verschoben, deplatziert. Ein Hauch von Zedernholz, Meer und würzige Süße war in diesem seltsamen, magischen Wind. Ein Hauch von Mutter-Erde. Ein Hauch von Liebe. Es war ein Wind wie Du, Unbekannte.

Literatur, Lyrik, Politik, Philosophie