UPDATE: siehe dazu auch

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1931280_0_2147_bald-jeder-zehnte-betroffen-stuttgart-bleibt-deutsche-hochburg-der-kurzarbeit.html

Es ist soweit. Werksschließungen, Kurzarbeit, Entlassungen. Baden-Württemberg ächzt unter der internationalen Automobilkrise. Doch diese Krise ist zum guten Teil hausgemacht. Wie? Jahrelang hämmerten die Grünen die Botschaft vom „bösen“ und „schädlichen“ deutschen Automobil in die Welt – mit einschlagendem Erfolg, wie die leeren Bänder und die vollen Lagerparkplätze in Untertürkheim und Sindelfingen uns derzeit eindrucksvoll zeigen.

Baden-Württemberg, insbesondere die Region um Stuttgart, lebt, mehr als jede andere Region in Europa, vom Automobil- und Maschinenbau. Umso erstaunlicher ist es, wie die Landes-Grünen jahrelang am Ast gesägt haben, auf dem wir alle sitzen. Und nun – da Massenentlassungen und Absatzkrise Realität sind  – will keiner Schuld gewesen sein. Zumindest nicht in der Politik – nein, die Konzerne hätten es verschlafen, adäquate Produkte zu bauen.

Moment mal. Automobilkonzerne bauen exakt die Produkte, von denen sie sich den höchsten Gewinn erhoffen. Automobilkonzerne wollen ihren Profit maximieren. Das ist schließlich ihre Aufgabe. Automobilkonzerne sind keine Normensetzer. Das ist, mit Verlaub, immer noch Aufgabe der Politik.

Und nun sind wir am springenden Punkt. Wir hätten den Rußfilter schon 1999 vorschreiben müssen. In der Tat. Und wir hätten das Brennstoffzellen Necar schon lange im Massen auf der Straße haben können, wenn wir ein Zero-Emission-Vehicle im Gesetz gehabt hätten. Bloß: Wer hat denn die letzten zehn Jahre regiert? Wir nicht! Wer hat es denn versäumt, die Entwicklung per Gesetz voranzutreiben? Wir nicht! Es sind genau die, die jetzt am lautesten nach umweltfreundlichen Autos schreien.

Die hätten sie schon lange haben können. Es gab sie ja auch – wir erinnern uns an den unsäglichen drei-Liter-Polo – nur keiner wollte sie haben! Die Automobilkonzerne haben also richtig gehandelt – sie haben genau das gebaut, was die Kunden haben wollten. Und das war lange Zeit schneller, stärker, schwerer. Aber dafür auch sicherer.

Den Grünen jedoch geht es um den Umweltschutz nur vordergründig. In Wahrheit ist deren  treibende Kraft Angst – Angst vor Kraft und Dynamik, Angst vor Wettbewerb, Risiko und Verlust. In einer grünen Republik wären nie alle gleich schnell – dafür aber alle gleich langsam.

Vernunft im Auto kommt immer nur per Gesetz – sei es der Sicherheitsgurt oder der Katalysator – Beispiele aus der Vergangenheit gibt es genügend. Technische Vorreiterschaft heißt eben auch Vorreiterschaft in der Gesetzgebung. Doch die haben wir, ausgerechnet in Zeiten der Grünen Regierungsbeteiligung, grandios verloren.

Nichts konnten die Öko-Apologeten dem Autokanzler entgegensetzen. Es wurde über Jahre eine sinnlose Entwicklung des Diesel-Antriebs gefördert – technisch hoch komplex und immer schon umweltschädlicher als der herkömmliche Otto-Motor. Eine Sackgasse, global allemal. Da helfen auch keine „blue-irgendwas“ Technologien mehr.

Es mangelt in der Industrie nicht an alternativen Konzepten. Mercedes fährt mit seiner Brennstoffzellen A-Klasse in der siebten Generation in Untertürkheim im Kreis herum, BMW hat den Wasserstoff-Verbrennungsmotor in der Flotten-Erprobung, E85 wäre in modernen Benzinern sofort einsetzbar. Man muss es nur wollen. Und entsprechende Gesetze machen.

Konzerne werden erst auf Zwänge reagieren. Das impliziert die Logik des Marktes. Apropos Markt: Nachdem es in letzter Zeit geradezu Mode geworden ist, auf die Märkte zu schimpfen: Wir als Liberale haben das einzige funktionsfähige Wirtschaftsmodell der Welt. Weder die Grünen noch die Linken haben einen funktionierenden Gegenentwurf zum marktwirtschaftlichen Modell.

Das hat Fehler, sicherlich, und es muss nach Jahrzehnten auch dringend der Zeit angepasst werden. Aber: Der freie Markt hat mehr Menschen auf der Welt Wohlstand und Nahrung gebracht als jedes andere Modell jemals. Es gibt keinen konstruktiven Gegenentwurf. Von niemandem.

Das ist unsere unique-selling-proposition. Ganz modern gesagt.

Was natürlich nicht bedeuten soll, dass Märkte nicht reguliert werden müssen – ganz im Gegenteil. Der größte Feind des Liberalen ist und bleibt der Monopolist – egal ob der nun privat oder staatlich organisiert ist.

Im Kommunismus werden niemals alle Menschen gleich reich – es werden immer alle Menschen gleich arm. Und im Ökologismus wird niemals die Masse ernährt werden können. Es ist und bleibt die Ideologie der wohlgenährten Wohlstands-Verwöhnten.

Wir, die Liberalen, sind immer schon diejenigen gewesen, die an den technischen Fortschritt geglaubt haben. Nur durch Technologie können wir die Herausforderungen der wachsenden Weltbevölkerung meistern. Otto-Motoren und Kohlekraftwerke sind Technologien von gestern, die wir, leider, vorläufig nutzen müssen. Kern-, und Solarenergie sind Technologien von morgen, die im Augenblick noch nicht ausgereizt sind.

Wir stehen am Wendepunkt, an einem Wendepunkt. Jeder, der den Namen Kontradieff (http://de.wikipedia.org/wiki/Kondratjew-Zyklus) kennt, weiß, was ich meine.

Das grandiose am menschlichen Geist ist, dass er sich und seine Umwelt immer wieder neu erfinden kann. Der Mensch ist das anpassungsfähigste aller Lebewesen. Darum bin und bleibe ich Optimist.

Umso unverständlicher ist es für mich, wie die Grün-Rote Politikerkaste den eigenen Lebenszweig absägt, auf dem sie, und mit ihnen wir alle, sitzen. Deutschland hat international den Ruf einer Auto-Republik, welcher uns enorme Export-Überschüsse in den vergangenen Jahren beschert hat. Diesen Ruf müssen wir verteidigen und stärken, wenn wir auch in Zukunft vom Auto leben wollen. Das ist die unique-selling-proposition unseres ganzen Landes. Jedes Unternehmen wäre froh darum, eine solch starke zu besitzen.

Freie Autobahnen und Geschwindigkeit, Tempo und Dynamik sind der Traum, den wir Deutsche verkaufen können (und müssen). Das ist unsere „Nische“ im globalen Wettbewerb.

Individuelle Mobilität ist ein Grundkonzept einer freiheitlichen Gesellschaft. Sie gilt es zu schützen und zu entwickeln. Dafür brauchen wir dringend neue, moderne Konzepte. Die müssen wir fördern, auch seitens des Staates. Technologien von gestern verdienen keine Subventionen. Die der Zukunft sehr wohl.

One Response to “Wie die Grünen unsere Lebensgrundlage vernichten”
  1. Nun es regelt sich im Endeffekt immer über den Preis. Ok, die Autobauer haben produziert was sie konnten, was nachgefragt wurde und zu Ihren Preisen. So sei es. Nun wollen die Leute nicht aber das soll dann auch nicht ok sein?

    Es hat auch nichts mit Grünen oder so zu tun. Es ist einfach eine Frage des Preises und damit des Anngebots und der Nachfrage. Die Nachfrage bricht weg. Dann kann ich nur sagen „Pech gehabt“. Wenn es für die Hersteller doch kein Problem ist was „Besseres“ produzieren und es sogar schon geschafft zu haben. Dann sollen Sie es doch zeigen.

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