Ich habe in letzter Zeit aus verschiedenen, verlässlichen Quellen interna zum russischen Vorgehen in Georgien erhalten, die ich aus gutem Grund hier nicht wiedergeben kann. Eines ist jedoch klar: Es hat sich am m.E. nach imperialistischen(!) vorgehen der Roten Armee seit Afghanistan und Tschetschenien nichts, aber auch gar nichts geändert. Man bedient sich betrunkener Freischärler, wie schon in Bosnien, um die Drecksarbeit zu machen und präsentiert sich danach als „sauberer Befreier“. Das scheint die neue, dreckige Dimension des Krieges in Europa zu sein – Para-Armeen und sinnloses Gemetzel unter Zivilisten, Feuersbrunst und Abschlachten anstelle von Militärdoktrin und Taktik. Somit hat der Krieg zwingend endgültig jede ihm früher noch so schwach innewohnende Faszination verloren – übrig geblieben ist nur ein unsäglicher, erbärmlicher Akt menschlicher Erniedrigung. (Ich habe im Sommer 1995 die kroatische Krajina und das Bosnische Grenzgebiet mit dem Motorrad befahren und vieles gesehen.)

Kein Grund der Welt rechtfertigt das Eindringen der russischen Truppen nach Georgien. Wo ist der Aufschrei derer (vor allem Sozialdemokraten) geblieben, die so vehement gegen den Irak-Krieg protestierten? Wo sind jetzt die Lichterketten und Demos? Sie finden nicht statt. Und zwar deshalb, weil die Führer der europäischen Linken systematisch von den Russen gekauft werden. (siehe Schröder, Lipponen u.a.) Wir messen bei den Großmächten immer noch mit zweierlei Maß – Die USA schelten wir und die Russen lassen wir gewähren. Das ist Doppelmoral der übelsten Sorte – zumal es nicht ersichtlich ist, das Russland seine nun begonnene Politik schnell wieder ändern wird.

Zugegeben, als Finne bin ich hellhörig gegenüber jeglichen russischen Militäraktionen – zu Recht: Was in den deutschen Medien totgeschwiegen wird, ist in Estland, Finnland und Norwegen an der Tagesordnung: Ständige Provokationen der Roten Armee, bishin zu Grenzüberschreitungen und Luftraumverletzungen. Der Bär schläft nicht, er wetzt seine Krallen. Nur wissen wir brave Gaskunden leider nichts davon.

Was lernen wir aus Georgien? Dass die schnelle Expansion der EU und der Nato richtig war. Und dass wir rasch den Ländern den Beitritt ermöglichen müssen, die jetzt vor der Bedrohung aus dem Osten stehen.

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