Der Höhenflug der CDU wurde in Bayern abrupt beendet. Traum-Umfragen von 40 plus X im Bund für die Christdemokraten sind wohl endgültig Vergangenheit. Nachdem sich die SPD wieder in der Mitte positioniert hat, wird es eng für Angela Merkel.

Wir kennen das schon: Immer ein paar Monate vor den Bundestagswahlen gehen die Graphen der beiden „Volks“parteien aufeinander zu. Das war schon immer so. In den letzten Jahren allerdings ist die SPD der Underdog, der den Abstand zur vorauseilenden Union aufholen muss. Das hat sie auch immer wieder geschafft – 2002 reichte es sogar zu Rot-Grün, 2005 „nur“ noch zur großen „Kollision“.

Die Chancen stehen gut für die SPD, es auch in 2009 wieder zu schaffen. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum Einen haben die Genossen einen Spitzenkandidaten, der schon jetzt kanzlerhafter im Fernsehen auftritt als die immer noch etwas biedere Angela Merkel. Das Volk ruft nach dem Starken Mann. Und die Sozialdemokraten können, endlich aus ihrer Sicht, mit einem solchen auch aufwarten. Zum Anderen hat der Selbstauflösungsprozess der Union, eigentlich ja nur die lange angekündigte Folge der Partitionierung der Volksparteien am rechten Rand, ausgerechnet in Bayern begonnen. Wieder einmal, könnte man meinen.

Es hat wohl was mit dem Termin zu tun, was da in München passiert ist. Und mit den zwei Witzfiguren an der Spitze der ehemaligen bayerischen Staatspartei. Natürlich kann man nicht einen Franz-Josef zweiteilen und dann auf Partei und Kabinett aufteilen, zumal die Summe der zwei Anwärter deutlich weniger sein wird, als das Eine des großen Vorbildes. Es kocht in der bayerischen Volksseele, nein, in der deutschen Volksseele und nur unser historischer „blind auf rechts“-Instinkt schützt uns noch vor der Haiderisierung der Republik.

Es ist natürlich kein Zufall, dass in Österreich am gleichen Tag die rechten Rabauken gewonnen haben. Und, wir erinnern uns, schon einmal haben wir einen „Heilsbringer“ aus der Alpenrepublik importiert. Holzauge, sei wachsam!

Der Protest in Bayern kanalisiert sich (noch) in „Freie Wähler“. Wobei ich mir bei denen gar nicht so sicher bin, wie „frei“ die eigentlich politisch sind. Dazu weiß ich über sie auch zu wenig, muss ich zu meiner Schande gestehen. Aber man kann ja auch nicht jedes bayerische Lokalphänomen beobachten. Oder war es am Ende doch Frau Pauli?

Sei’s drum. Die CSU exerziert das vor, was der CDU noch ins Haus steht. Nicht ohne Grund ist unser Günther Oettinger in den letzten Tagen so viel im Fernsehen. Das Beben aus Bayern erreicht demnächst auch Berlin. Und die ganze aufgestaute Explosionskraft in der Union entlädt sich. Vielleicht gibt es einen nord/süd Riss. Vielleicht auch einen Christian Wulff als Counterpart zum Steinmeier.

Doch die Mühlen der Konservativen mahlen so langsam, dass sie es bis zum nächsten Herbst nicht schaffen werden – und so geht die Union zerstritten in den Wahlkampf 2009. Und deswegen wird Steinmeier Kanzler. Mit Hilfe der dann „erfolgreich“ in Hessen und Thüringen regierenden Grünen und Linken. Sic!

Siehe auch http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1170317.html

und http://www.derfunke.de/content/view/621/75/

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