von Markus Lochmann

Die derzeitige Lage in den USA ruft in mir schlimme Erinnerungen hervor. Es ist fast wie 1991 in Finnland. Eine Wirtschaftskrise mündet in einer Finanzkrise – damals hervorgerufen durch zu laxe Kreditvergabe an Aktienspekulanten. Und nun eben die unregulierte Kreditvergabe an Immobilienerwerber in den USA. In Finnland ist von ehemals  sechs Geschäftsbanken genau EINE übrig geblieben. Die zentrale Sparkasse ging genauso Pleite wie die Genossenschaftsbank. Es gibt also keine Garantien. Keine.

Und was folgte aus der Bankenpleitewelle? Eine verrückte Zinsrally. Tageszinsen von 25%, 50%, in Schweden zeitweilig sogar 200% waren die Folge. 40% aller Unternehmen im Land waren pleite. Der Mittelstand, und damit auch unsere Familienunternehmen, wurden restlos zerstört.

Das kann in den USA auch passieren. Denn analog zu Skandinavien in den 90er Jahren hat die US-Wirtschaft in weiten Teilen die Umstrukturierung zur Informationsgesellschaft noch nicht vollzogen. Es gibt immer noch viele kleine Unternehmen, die mit alter Technik schlechte Qualität produzieren und auf globalen Märkten somit keine Chance hätten.

Die Amerikaner stecken in einer Zwickmühle: Einerseits brauchen sie die Bereinigung in den eigenen Unternehmen, andererseits zwingt sie diese Bereinigung vielleicht so tief in die Knie, dass sie umfallen. Dann wäre die gesamte Weltwirtschaft von einer riesigen Rezession bedroht.

Was tun? Die andauernde Verstaatlichung von pleite gehenden Banken ist keine Lösung, denn wie soll der Staat denn diese Banken mit ihren immensen Verbindlichkeiten denn in Zukunft managen? Er hat dafür weder die Mittel, noch das Personal. Oder glaubt tatsächlich jemand, dass Bürokraten Gelder besser verwalten als gestandene Banker? Mir kommt diese ganze FED-Aktion vor wie eine Panikreaktion. Man wusste halt nicht mehr, was man noch machen könnte.

Also wird der US-Staat wohl die Banken in einer Art riesigen Junk-Bond-Gesellschaft abwickeln müssen. Übersetzt hieße das wohl Müll-Kredit. Also doch eine ComPost Bank, hahaha. Wenn’s nur nicht so ernst wäre… Denn die Abwicklung der US-Verbindlichkeiten trifft über kurz oder lang auch uns. Und man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass auch bei uns das eine oder andere Kreditinstitut wackeln könnte.

Nun ist es in Finnland dank Nokia zu einem neuen Wirtschaftswunder gekommen. Doch welche Technologie wäre stark genug, um eine rezessive US-Wirtschaft zu retten?

0 Responses to “US-Banken verstaatlicht – und nun?”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.