Über die Depression (Facebook Post) 09.05.2021, Uhlbach

Hey, Leute. Das wird ein ernsthafter Post. Also, wenn ihr in guter Muttertagslaune seid – oder gerade von der Sonne verwöhnt (was ich im Übrigen auch bin…) lest das bitte später. Aber lest es. Es ist wichtig. Und geht tief.

Ich sitze auf dem Balkon und schreibe einen Liebesbrief an meine Mutter in Finnland. Zum Muttertag. Das tue ich viel zu selten. Shame on me. ☹

Dann plötzlich geht das Handy. Markus, helfe mir, steht da. Ich, nanu? Schon wieder? Und antworte tröstende Worte. Schon wieder. Leute, in den letzten Wochen hatte ich drei kreative Leute am Telefon oder am Chat, die nicht mehr weiterwissen, und über Selbstmord nachdenken. Und ich helfe, immer. Mit allem, was ich habe und was ich eben kann. Oder halt auch nicht. Es ist, was es ist.

Aber hierunter steckt ein tieferes Problem. Ein gesellschaftliches. Wir haben unsere Gesellschaft an einen Punkt gebracht, an dem zarte, empfindsame Seelen einfach aufgeben. Ich habe im letzten Jahr fünf (!) Freunde, Bekannte aus dem Musik/DJ/Kunst-Umfeld verloren. Manche an Krebs, manche an Selbstmord. Alle in meinem Alter oder jünger. Das ist falsch.

Es ist ungerecht, falsch, unnötig und tut tief in meiner Seele weh. Und ja, auch ich bin eine Künstlerseele, empfindsam und weich. Obwohl es manchmal mit dem harten Techno wohl etwas anders rüberkommt. Aber auch das ist nur ein Teil der Tarnung. Außerdem liebe ich es halt über alles.

Sorry, zurück zum Thema.

Wir haben, als Gesellschaft, in den letzten 15 Monaten sehr vieles zerstört, im Namen der Pandemie. Wobei die Pandemie meines Erachtens nur ein Vorwand ist, um die Gesellschaft radikal umzubauen. Bürgerrechte werden beschnitten, die Freiheit wird beraubt, die Werte die bei uns im Grundgesetz stehen, sind nur heiße Luft, des Papiers nicht mehr wert auf dem sie stehen. Direkt geltendes Recht – wird in der Vorlesung Öffentliches Recht, Jura, 1. Semester, gelehrt. My ass. Sie treten es, uns, das Volk mit Füßen. Und lachen auch noch dabei.

Da arbeitest Du 23 Jahre lang in einer Organisation für Freiheit, Frieden und Menschenrechte. Und gibst alles. Und dann wirst Du krank und in die Mülltonne geworfen, von deinen eigenen Leuten. Es ging also nie um die WERTE, die auf dem Papier stehen. Es ging immer nur um Egoisten – und um diese selbst. Traurig.

Schnuppere ich dann in eine andere Branche rein – und erlebe genau dasselbe. So läuft die Welt heute nun mal. Aha.

Also, ich komme langsam ein meine Grenzen. Ja, auch ich werde schwächer und suche nach Lösungen. Es beben die zwei Herzen in mir – der klassische Konflikt zwischen Flucht und Kampf. Eine zeitlang dachte, ich, ich könnte noch kämpfen. Doch wie soll ich das tun? Ohne Truppen? Ohne Mittel, ohne entsprechendes Werkzeug? Geht nicht. Geht einfach nicht.

Also, kämpfen einstellen. Nicht mehr das machen, was dich kaputt macht. Die Welt ist groß da draußen und es gibt genügend Kuchen für alle. Nur eben nicht jetzt und nicht hier. Leider. Ich wäre ja gerne geblieben – und hätte hier etwas Neues aufgebaut. Aber meine seelischen Kräfte sind am Ende.

Also, es bleibt nur die Flucht. Und dann setzt die Überlegung ein – flüchten – aber wohin? Der von meinen Kollegen gewählte Weg des Selbstmords ist immer eine Option. Doch die ist dann endgültig und beraubt der Zukunft alle Möglichkeiten. Es ist aber eine Lösung. Wenn es eben keine Lösung gibt, gibt es immer eine Lösung.

Aber diesen Weg will ich nicht gehen, weil tief in mir immer noch der Traum von einer besseren Welt lebt, in der ich meinen bescheidenen Beitrag leisten kann. Auch wenn die Gesundheit langsam nachlässt – und eben nicht mehr alles so einfach geht wie vor 30 Jahren. Aber gut so. Der Geist ist ja noch wach.

Und außerdem? Wer gestaltet dann diese Welt? Die Wannabes? Die Spieler, die Gaukler und Selbstdarsteller? Die Diktatoren, Autokraten, Technokraten und Bürokraten? Wollt ihr in so einer Welt wirklich leben? Ich nicht.

Man kann auch andere Fluchten probieren – in Substanzen. Habe ich gemacht – bis ins Ultimo. Aber Lösungen sind das keine. Am Ende landet man nur eine Treppe tiefer auf der Spirale nach unten. Meep 🙁

Was gerade in der Welt – und ich chatte weltweit jeden Tag – ist ein Mindshift in den Köpfen der Menschen. Alle sehnen sich zurück nach dem alten, normalen Leben? Vergesst es, das ist Vergangenheit und wird es nie wieder geben. Wir leben jetzt in einer neuen Zeit und müssen uns anpassen.

Konkret heißt das, für jeden von uns: Sprengt Eure Ketten. Lasst das los, was Euch krank und kaputt macht. Lasst uns zusammen nach dem neuen Glück suchen. Es ist da draußen. Wir müssen es nur finden! Es gibt genügend Kapital und Mittel auf diesem Planeten. Sie sind nur falsch verteilt. Das gilt es zu korrigieren. Mit Denk-Arbeit. Be smart.

Ich werde für meinen Teil diese Gedanken in Shortstories, Büchern und Gedichten weiter verarbeiten. Bitte folgen auf Instagram @lochmannmarkus und meine Website https://markus-lochmann.de

Danke fürs Lesen. Ich bin nur ehrlich.

Grüße Markus

One Response to “Über die Depression”
  1. Sehr schön geschrieben. I love you Bro. Together we make it. We know how to make it a goodlife. Let’s begin and make it great. Sisu! 3,2,1 Lets go crazy.

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