Es ist wieder mal soweit. Die Republikflüchtigen schmoren auf Mallorca, die dicken Fische gar in der Südsee (warum man da eigentlich im Sommer hin muss, hab ich nie verstanden), und der Rest vergnügt sich am City-Beach. Und hier bei uns in der Liberalen Freiheitszentrale stehen die Drähte nicht mehr still. Kaum ein Thema reizt die Bevölkerung derzeit so, wie das „Qualm-Erlaubnis-Verbot“ der rot-schwarzen Kollision. (ja, kein Scheibfehler, denn die sind die wahren Urheber der Misere!). Mal sind wir die Gesundheitskiller, mal die Überverbieter. Es ist schon seltsam, wie wenig recht man es einem dispersen Publikum mit irgendwelchen Regelungen machen kann. Wir haben alle Reaktionen erlebt – vom glücklichen Neumitglied bis zum wütenden Austritt. Immer fühlt sich irgendwer auf den Schlips getreten.

Es sind eben doch Emotionen im Spiel, wenn es um die weitere Beschneidung der Freiheit des Einzelnen geht. Dabei wäre doch die Regelung ganz einfach: Man müsste es nur schaffen, den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Uns schwupp-di-wupp würde an jeder Kneipentür glasklar dran stehen, worauf Mann/Frau sich einlässt, wenn man das Etablissement betritt. Soll doch jeder mündige Bürger selbst entscheiden, was er seiner Lunge antut. Und jede/r, wo er arbeiten will.

Ich verstehe die Aufgregung nicht. Ich habe früher selbst geraucht und bin nun zum toleranten Nichtraucher gewechselt. Und ehrlich gesagt, mich stört es in der Kneipe auch nicht. Ich muss ja nicht hingehen. Was wäre denn das nächste Verbot? Bierverbot wegen Leberschäden? Fußballverbot wegen infantiler Regression? Fahrverbote wegen Feinstaub? Ach, stimmt, die haben wir ja  schon. Vielleicht ein Pups-Verbot wegen Methan-Ausstoßes? Mal sehen, was der unsäglichen Kollision noch so alles einfällt. Im Sommerloch.

Weniger rauchende Köpfe bräuchte das Land – wo es auch um wirklich wichtige Dinge geht: Siehe Unterrichtsausfall und Lehrermangel, Fachkräftebedarf und drohende Bevölkerungsabnahme. Das sind heisse Themen. Und über die müssen wir reden. Auch im Sommerloch.

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