Mit viel Spannung harrte ich die Tage bis morgens um vier Uhr vor der Glotze. Zeitgleich übertrugen die ARD, das ZDF und CNN die Kandidatur-Annahme-Rede der US-Demokraten und deren designierten Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. Ich entschied mich letztendlich für CNN – das Original klingt doch besser als die deutschgefummelte Kopie.

Allerdings enttäuschte mich Obama. Das Wort „Textbaustein“ geisterte mir öfters durch den Kopf. Ja, er wiederholte zum großen Teil seine einzig bislang bedeutende Rede vom 9. November 2007. Kann es denn sein, dass der „Superkandidat“ doch nur über ein ziemlich eingeschränktes politisches Vokabular verfügt?

Oder verfährt er bewusst nach dem alten Werberspruch „Penetration wirkt“? Das wäre ein Wahlkampf getreu dem Motto „never change a winning team“. Mag sein, dass es für den Augenblick genügt. Aber trägt das auch bis zum November?

Jedenfalls hat die noch so pompöse und (technisch) großartige Inszenierung des Konvents der US-Demokraten („die größte politische Veranstaltung aller Zeiten, o-Ton CNN. Natürlich völliger quatsch…man denke an die zahllosen Demos mit Millionenpublikum“) Herrn Obama KEINEN nennenswerten Vorteil in dem Umfragen gebracht. Im Gegenteil. McCain scheint mit der Russland-Frage und der aufkeimenden Angst vor einem neuen Kalten Krieg punkten zu können.

Noch ist die Wahl für keinen der beiden gelaufen. Und im Moment sehe ich, ehrlich gesagt, nur ein Patt.

Da muss Obama nachlegen. Und eine zweite große Rede schreiben. Wenn er es denn kann.

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