In Deutschland kosten Medikamente bis zu 50% mehr als in EU-Nachbarländern. Gleichzeitig lamentiert die Regierung an Zusatzbeiträgen für Krankenkassen. Diese hätte man jedoch verhindern können; Einsparpotentiale in Milliardenhöhe werden nicht realisiert, wie z.B. die folgende Reportage des ZDF beweist:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/963650/Preistreiber-Medikamente-#/beitrag/video/963650/Preistreiber-Medikamente-

Mein Vorschlag: Wir erlauben den Krankenkassen, Verträge über Medikamente EU-weit (wie es sich für einen echten Binnenmarkt gehört!) abzuschließen. Und: wir geben die rezeptfreien Medikamente in den Einzelhandel. Wetten, dass die Preise innerhalb kürzester Zeit sinken?

Jährlich zahlen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und der Bund rund 150 Milliarden Euro in den Gesundheitsfond ein. Alleine die Aufteilung dieser Gelder auf mehr als 200 gesetzliche Krankenkassen verursacht Verwaltungskosten von rund zehn Millionen Euro. Der größte Teil des Gesundheitsfonds wird für Krankenhausbehandlungen ausgegeben. Im Jahr 2008 beliefen sich die Kosten dafür auf knapp 53 Milliarden Euro…

Gleich dahinter kommen schon Arzneimittelkosten von knapp 30 Milliarden Euro, also mehr als 19 Prozent des Gesamtbudgets. Ärztliche Behandlungen beliefen sich auf knapp 26 Milliarden und weitere acht Milliarden Euro wurden für zahnärztliche Leistungen ausgegeben. Die restlichen 35 Milliarden Euro wurden für Maßnahmen wie Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen, Krankengeld, Heilmittel und häusliche Krankenpflege ausgegeben.

… Um den Anstieg der Gesundheitskosten zu begrenzen fordern Kassen und Politiker nun Arzthonorare, Krankenhausbudgets und vor allem Medikamentenkosten zu kürzen. In Deutschland werden fast ausschließlich Originalpräparate verschrieben, die um ein Vielfaches teurer sind als Analogpräparate mit identischen Inhaltsstoffen.

Es fehlen zudem zentral festgelegte Preisgrenzen, wie es in anderen Ländern üblich ist. Dadurch kann die Pharmaindustrie in Deutschland Preise für patentgeschützte Medikamente völlig autonom festlegen. So stiegen in den letzten Jahren die Ausgaben für Medikamente um weitere fünf Prozent. Zudem bemängeln Kritiker, dass Ärzte oft zu viele und vor allem zu teure Medikamente verschrieben. Häufig könnten diese durch billigere Generika ersetzt werden.

http://reporter.zdf.de/ZDFde/inhalt/31/0,1872,8025375,00.html

Gute Regierungsführung wird nach den Ergebnissen beurteilt und nicht nach Absichtserklärungen.

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