UPDATE3 23.10.09 Sehr fundiert hierzu Dieter Wermuth in der „Zeit“ http://blog.zeit.de/herdentrieb/2009/09/22/schon-wieder-neue-blasen_1069

UPDATE2: http://www.welt.de/finanzen/article3879875/Die-naechste-Blase-an-den-Finanzmaerkten-entsteht.html

UPDATE Siehe auch http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/MONEY-boerse/money-boerse-der-irre-zock-mit-dem-erdoel_aid_405598.html

„Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Leute sollen wieder lernen zu arbeiten, statt auf öffentliche Rechnung zu leben.“

Große Worte, absolut aktuell – und doch sind sie schon mehr als 2000 Jahre alt. Der römische Politiker und Philosoph Marcus Tullius Cicero sagte sie einst, im Jahre 55 vor Christus.

Wenn man in den letzten Wochen an der Börse dabei war, traute man seinen Augen kaum. Kursanstiege von 30,40,50%, und das mitten in der Krise? Wie kommt’s?

Erst ein genauerer Blick enthüllt, worum es geht. Die Umsätze an den Börsen sind gering – um bis zu 40% geringer als vor einem Jahr. Das heißt, an der Börse agieren nur die Profis, und von denen auch (noch) nicht alle.

Da stellt sich die Frage, wer da Aktien kauft – und die Antwort ist recht simpel: Die Banken. Warum? Nun, es gilt Bilanzen aufzubessern. Giftpapiere müssen versteckt werden. Und von der EZB gibt es (unsinniger Weise) Geld zum (fast) Nulltarif.

Also kaufen die Banken Aktien auf Pump mit dem billigen Zentralbankgeld – obwohl sie den Mittelstand damit finanzieren müssten – etwas, was man als Privatmann niemals, aber wirklich niemals tut. Man kauft keine Aktien auf Pump. Niemals. Immer, wenn das der Fall war, war die Börse überhitzt und stand kurz vor dem Crash.

Und nun tun sie es wieder.

Es ist kein Geheimnis, dass auch andere an das billige Staatsgeld wollen – so ist der Ölpreis schon wieder bei knapp 70$ angekommen. Vor ein paar Wochen waren es noch 40. Und die Richtung ist klar nach oben, denn das viele Geld auf dem Markt muss weg.

Das alles ist der Beginn einer gigantischen Staatsgeld-Blase an den Finanzmärkten. Irgendwann wollen die Zentralbanken ihr Geld zurück und die Banken müssen verkaufen. Haben sie Glück, sind Privatanleger und Fonds da und halten die Kurse hoch. Sind diese jedoch nicht bereit zu investieren, bricht der Markt erneut ein.

Der Staat hat mit den ganzen Rettungspaketen, genauso wie die EZB mit der zu lockeren Geldpolitik, die Büchse der Pandora geöffnet und es wird schwierig sein, diese wieder zu schließen. Noch haben wir die Entlassungen und Pleiten durch Kurzarbeit hinausgezögert. Doch auch das währt nicht ewig. Die Marktbereinigung ist erst am Anfang. Viele weitere Unternehmen werden GM, Chrysler und Arcandor folgen müssen.

In dieser Lage finde ich es vollkommen unverantwortlich, dass die staatliche Bankenaufsicht nicht funktioniert und man schon wieder eine Blase an den Finanzmärkten zulässt, nur um eine Wahl nicht zu verlieren. Das wird uns alle noch teuer zu stehen kommen.

UPDATE: Siehe auch http://www.welt.de/wirtschaft/article3863059/Ackermann-warnt-vor-noch-laengerer-Krise.html

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