Abend für Abend erklären sie der Nation die Lage der Welt. Die Nachrichtensprecher von ARD und ZDF galten bislang als solide, ehrliche Journalisten, denen man die Erörterung der komplexen Realität getrost anvertrauen konnte.

Doch wie glaubwürdig ist eigentlich ein Nachrichtensprecher, der über die Finanzkrise berichtet, gleichzeitig aber von der Deutschen Bank 20.000 Euro für eine Moderation kassiert?

Nach Schleichwerbung im Tatort und bei Radrennen hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk sein nächstes Korruptionsproblem. Diesmal geht es aber nicht nur um Unterhaltung oder Sport. Betroffen ist das Heiligste der ARD: Die Nachrichtenredaktion.

So haben etliche der NachrichtenmoderatorInnen von ARD und ZDF lukrativ bezahlte „Nebenjobs“ bei Unternehmen aller Art. Da wird für Sekt geworben, für die Sparkasse, für Energieunternehmen oder Auto-Unternehmen.

…nach vielen Gesprächen hat auch Zapp die Preislisten der Agenturen. Die verlangen für eine Moderation oder einen Vortrag von Petra Gerster: ca. 14.000 Euro; für Tom Buhrow berechnen sie ca. 20.000 Euro; die gleiche Summe für Claus Kleber; Anja Kohl kommt angeblich für ca. 6.500 Euro; Peter Hahne für ca. 10.000 Euro; Der Agenturpreis für Michael Antwerpes: ca. 8.000 Euro.

http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/ethik_journalismus/nebenerwerb100.html

Die journalistische Objektivität bleibt dabei wohl auch gewahrt? Wer’s glaubt, wird selig.

Die Anstalten täten gutes daran, unverzüglich Konsequenzen aus den Vorfällen zu ziehen und den Sprechern solche Nebenjobs verbieten. Es kann nicht sein, dass sich Einzelpersonen mit unseren Gebührengeldern den Glotzen-Ruhm einhandeln und sich dann meistbietend hinter dem Rücken der Wahrheit verkaufen. Das ist Vertrauensbruch par excellence.

Die Anstalten sind ja auch sonst nicht so knauserig, wenn es um die Verschwendung von Gebührengeldern geht. Werden die Sprecher zu schlecht bezahlt? Oder bekommen die einfach das Rohr nicht voll?

Lesen Sie die Story hier:

Das NDR-Medienmagazin „Zapp“ hatte über Nebenverdienste prominenter Fernsehmoderatoren wie Buhrow oder ZDF-Mitarbeitern wie Claus Kleber, Peter Hahne und Anja Kohl berichtet. „Zapp“ zufolge zahlte etwa die Sektkellerei Henkell für einen Auftritt Buhrows beim „49. Henkell & Söhnlein Forum“ mehr als 10.000 Euro. Buhrow befragte dort den SPD-Politiker Kurt Beck. Für einen Auftritt beim „Kapitalmarkt Forum“, das wegen der Finanzkrise abgesagt wurde, sollte die Deutsche Bank ursprünglich 20.000 Euro zahlen

http://www.welt.de/vermischtes/article3961643/Tom-Buhrow-kriegt-Schelte-wegen-Nebentaetigkeit.html

Video: http://www3.ndr.de/flash/zapp/interactivePlayer.html?xml=zappsendung116-interactiveBroadcasts.xml&sr=zapp

PS. Haben die Kurt Beck auch bezahlt?

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