Nachdem die Energiediskussion uns nicht mehr loslässt und mit 120$/Rohölbarrel immer akuter wird, wachen endlich auch die Regierungen Europas auf. Leider die Medien nicht. So wird in der Berichterstattung immer nur pauschalisierend von „Biosprit“ gesprochen.

Die Differenzierung der Brennstoffe (für den Verkehr) aus erneuerbaren Ressourcen ist jedoch zwingend notwendig:

  • Auf der einen Seite gibt es den energiereichen aber wegen seiner Quellen zweifelhaften Biodiesel, ein aus Fetten gewonnener Esther, der in seinen Eigenschaften dem herkömmlichen Dieselöl sehr nahe kommt. FAME wird vornehmlich aus Palmöl und Raps gewonnen und ist somit ökologisch nicht sinnvoll.
  • Zweitens wird, vor allem in den USA und Brasilien, in großem Stil Weizen, Mais und Zuckerrohr vergoren und zu Alkohol also Bioethanol destilliert. Dies ist sowohl aus Umweltschutz-, wie auch aus ethischen Gründen nicht vertretbar (Hunger)
  • Drittens gibt es die Möglichkeit, Biomasse zu vergären und die entstehenden Gase zu verflüssigen
  • Viertens kann man auch aus Holz Ethanol gewinnen (sog. Cellulose-Ethnol) und
  • Last but not least gibt es die Möglichkeit in einem chemischen Prozess Biomasse jeglicher art in seine Bestandteile zu zerlegen und zu Synthetischen Kraftstoffen weiter zu raffinieren. Gleicherweise kann man auch Kohle behandeln. Der Fachmann spricht von Fischer-Tropsch diesel, GTL, CTL oder BTL- Brennstoffen.

Die zwei letzteren Alternativen sind diejenigen, die unter moralischen und ökologischen Gesichtspunkten die richtigen scheinen.

Ein Stichwort zum besseren Verständnis lautet die Fischer-Tropsch Synthese.

Aus der Wikipedia:

Die Fischer-Tropsch-Synthese oder das Fischer-Tropsch-Verfahren ist ein von Franz Fischer und seinem Mitarbeiter Hans Tropsch in Mülheim an der Ruhr vor 1925 entwickeltes großtechnisches Verfahren zur Umwandlung von Synthesegas (CO/H2) in flüssige Kohlenwasserstoffe.

Im Gegensatz zu Biodiesel wird BtL-Kraftstoff allgemein aus fester Biomasse (z. B. Holz, Stroh), also aus Cellulose, Hemicellulose und Lignin und nicht aus Ölfrüchten hergestellt. Damit kann ein höherer Hektar-Ertrag für die genutzte Biomasse erzielt werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Biomass-to-Liquid

BTL ist also primär als Dieselersatz einsetzbar. Die Kosten für BTL in grossindustrieller Produktion werden derzeit auf ca. 60ct./Liter geschätzt.

Für die heutigen Benzinmotoren käme Ethanol aus Cellulose in Frage:

Ethanol, der aus pflanzlichen Abfällen hergestellt wird, wird als Cellulose-Ethanol oder Lignocellulose-Ethanol bezeichnet. Wie der herkömmliche Ethanol-Kraftstoff ist er ein Ottokraftstoff, der durch Vergärung von pflanzlichen Abfallstoffen gewonnen werden kann (Bio-Ethanol). Im Gegensatz zum herkömmlichen Ethanol-Kraftstoff besitzt Cellulose-Ethanol eine bessere CO2-Bilanz und konkurriert nicht mit der Lebensmittelindustrie.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cellulose-Ethanol

Es ist einfach, zu kritisieren, ohne selbst Lösungen bringen zu können. Im Falle der Energiepolitik gibt es sinnvolle Lösungen. Diese müssen aber gewagt werden und nicht mit falscher Subventionspolitik für veraltete Verfahren zerstört. Grüne Politik muss nicht Grüne Partei heißen – ganz im Gegenteil. Gerade die Marktwirtschaft schafft es immer wieder, wunderbare technische Neuerungen zum Nutzen der Menschen hervorzubringen.

Der Staat muss JETZT seine Subventionspolitik ändern. Es macht keinen Sinn, zu teure und nicht zukunftsfähige Technologien weiter zu fördern.

Die Technologien für eine ölfreie Zukunft sind heute schon da – wir müssen es nur wagen.

vtt.fi

 Alles, wirklich alles, zum Thema Biokraftsoffe finden Sie in englischer Sprache beim unabhängigen finnischen Technologie-Institut VTT unter

http://www.vtt.fi/inf/pdf/tiedotteet/2008/T2426.pdf

Mehr Info: http://www.energy-enviro.fi/index.php?PAGE=379&NODE_ID=379&LANG=1

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