Der Gabelstaplerfahrer

Jeden Morgen pünktlich um sechs Uhr ist er da.

Der Gabelstaplerfahrer,
setzt sich, müde noch,
auf seinen Gabelstapler

und fängt an zu gabeln und zu stapeln.

Und er gabelt und er stapelt.
Und gabelt und stapelt.
Und gabelt und stapelt.

Den lieben langen Tag.

So geht das sein Leben lang.
Er gabelt und er stapelt.
Er weiß zwar nicht, was er gabelt und stapelt – und für wen.

Interessiert ihn auch gar nicht.
Warum sollte er sich auch komplizierte Fragen stellen?
Etwa nach dem Sinn des Lebens?

Möchte er doch gar nicht.

Ihm reicht es, dass er gabelt und stapelt.
Ist doch genug.
Er hat zu essen und die Familie ist versorgt.

Und so gabelt er und stapelt er, bis zum wohlverdienten Ruhestand.

Krank ist er nun,
sein Rücken geschunden vom vielen Sitzen
auf dem Gabelstapler.

Vom jahrelangen Gabeln und Stapeln.

Es gibt eine große Feier,
Blumen werden gereicht,
die Kollegen jubeln.

Der Gabelstaplerfahrer hat es endlich geschafft!

Geht nach Hause, legt sich hin, in sein ordentliches Bett,
dreht sich um, bekommt einen Herzinfarkt.
Und stirbt.

Das war in kurzen, knappen Sätzen das Leben des Gabelstaplerfahrers.

(Bild von Pashminu Mansukhani auf Pixabay)

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