Sinnfragen scheinen elementar zum November zu gehören. Hier ein kleines Rätsel aus zwei Sprichworten:

Ein Sprichwort sagt: „Ein guter Wanderer hinterlässt keine Spuren“. Ein anderes hingegen: „Wege entstehen erst dadurch, dass sie gegangen werden.“

Das verwirrt den philosophisch Interessierten. Wie nun soll ich mein Sein in der Welt darstellen? Wie soll ich mich in meiner Existenz verhalten? Soll ich leise und anerkennend die Schöpfung wahren und als neutraler Beobachter den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen? Oder soll ich gestaltend in meine Umgebung eingreifen, Dinge aktiv verändern und dadurch anderen erst Denkweisen möglich machen? In dieser kleinen Denkübung offenbart sich gedankliche der Unterschied zwischen dem (guten) Journalisten und Politiker genauso wie der zwischen dem literarischen Berichterstatter und Philosophen. Beide haben etwas für sich. Und in weiterer Betrachtung neige ich letzterem zu – immer in der Hoffnung, keine Irr-Wege zu gestalten. Betrachten und Berichten ist schön. Durch Neues zu schaffen, aber noch schöner.

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