Vom Verhältnis zur Schönheit
von Markus Lochmann
Die Schönheit ist allem Seienden immanent, denn sie ist ein elementarer Bestandsteil des erzeugenden Gedankens. Die Schönheit ist also aller Dinge Eigenschaft – sie ist qua Geburt in allem und jedem vorhanden. Das nenne ich objektive Schönheit.
Als Subjekt jedoch beginnen wir Menschen das Schöne erneut zu erlernen – von außen. Durch Eltern und Schule, Freunde und Kultur schaffen wir in uns ein Bild der Schönheit, welches nur ein abstraktes, gelerntes, gefiltertes und unvollständiges Abbild der natürlichen Schönheit ist. Das nenne ich subjektive Schönheit.
Unser Geist ist des Wahren schöner Spiegel. Und unser Verstand ist dessen Verzerrung.
Bevor wir meinen, das vermeintlich Schöne erkennen zu können, betrachten wir es zunächst mit großem Staunen: der rote Spielball des Kindes, Mutters runde Augen, die Helligkeit der Sonne, die Bläue des Himmels. Die Phase des Staunens ist die einer naiven Ästhetik und Weltsicht. Sie ist verzerrt in der Wahrnehmung, dabei aber wertfrei und ungefährlich. Es ist die kindliche Schönheit, die man bestaunt.



