Kastanienbaum im Herbst

riechst du ihn?
den geruch der modernden kastanienlaubes.
komm. rück ein wenig näher. ganz nah, so.
sieh, der baum stirbt, könnte man meinen.
dabei wirft er nur seinen glänzenden mantel ab. seinen anzug.
seine schminke. sein tupee.
nicht das gelb des herbstes hat
seine wangen geschmückt,
nicht das rot der nahenden kälte.
der blätter saft, ihr reifes grün,
das leben schlechthin, waren seine fassade.
hinter ihr verbarg er sein knorriges schwaches gerüst.
als atmete er ein, zieht er nun
seinen saft in die geschützten wurzeln zurück.
dabei fällt die fassade in tosendem sturm,
krachen die äste, bloss liegt
der schwarze unförmige rumpf.
im schutze der kälte dann,
verborgen im radikus, umwogen von
seinem reifendem saft, schlummert der
riese von der welt unbemerkt.
wie stachelig doch seine früchte sind.
und wieviel nahrung sie enthalten.
auch im nächsten jahr werden derer früchte wohl viele sein.
siehst du, so ist das leben.
manch kahler baum sammelt sich
an seinen wurzeln.
und siehst du auch, manch
fallende fassaden dienen dem rückzug
in mutter erdes schützenden schoss.
zur besinnung. zu sich.
und riechst du ihn, wanderer,
den modrigen geruch? Es ist auch
der menschheit geruch,
der geruch allen lebens.

Dieser Text stammt von © Markus Lochmann 1995-2004
-> http://www.mcl-media.de

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Kategorie: Essay — am Samstag, 29.Oktober 2005 um 07:44 Uhr

Evolutionstheorie a la Guiness ;-))

Kategorie: Essay — am Samstag, 22.Oktober 2005 um 04:58 Uhr

http://www.framestore-cfc.com/press/05pr/051003noitulove/amv_gune339_050_qt.mov

Oder der neueste Gag: Wir stellen unsere Blitzer-Fotos ins Netz. Hier schon mal der Anfang:

http://www.fugly.com/media/IMAGES/WTF/Speedcam_Hurricane.jpg

ok. dauert ein weilchen, ich weiss…

Indien-Urlaubs-Video vom Mai 2005

Kategorie: Pics — am Donnerstag, 20.Oktober 2005 um 05:51 Uhr

Leider nicht mehr online verfügbar (zum Schutz meiner Tocher). Bitte bei mir anfragen.

Einstein-Zitat

Kategorie: Essay — am Donnerstag, 20.Oktober 2005 um 05:29 Uhr

Großvater gesucht! – Oder wie das Internet Familiengeschichte schreibt

Kategorie: Privat — am Montag, 17.Oktober 2005 um 22:57 Uhr

Ein Teil meiner Familiengeschichte ist, daß mein Großvater (vaterseits) amerikanischer Soldat im Zweiten Weltkrieg war. Seit 1954 hatten wir nichts mehr von ihm gehört. Damals verbrachte er ein Jahr in einem Krankenhaus in Yale, Michigan. Von dort kam auch der letzte Brief. Also wußte ich anfangs nur seinen Namen und einige Orte in den Staaten, an denen er sich vor 40 Jahren aufgehalten hatte. Zum Glück besaß ich auch einige Bilder von ihm und seiner Familie.

Wie soll man nun jemanden nach so langer Zeit finden? Ich versuchte erst gar nicht über irgendwelche Behörden zu gehen, da dies erfahrungsgemäß sinnlos ist. Also begann ich auf verschiedenen eMail-Servern in den USA nach Menschen mit dem selben Namen zu suchen. Aus einer Liste von mehreren hundert Namen suchte ich dann ca. 150 heraus, die geografisch mit den vorhandenen Daten übereinstimmten. Nach drei Wochen hatte ich auf 150 Anfragen 50 unzustellbare Mails, 20 negative Antworten und 30 Hilfsangebote. Zwei Wochen darauf erhielt ich eine Antwort, in der alle Einzelheiten wie Ort, Datum, Name stimmten. Schnell noch einmal nachgefragt, Bilder gemailt, Bestätigung erhalten. Ich hatte das Unglaubliche geschafft, ich hatte meinen Großvater gefunden. Er ist 1959 bei einem Autounfall gestorben, deshalb hat er sich nie wieder gemeldet. Gemischte Gefühle hat die Suchaktion in der Familie hinterlassen, doch die jahrelange Spekulation um den geheimnisvollen “grandfather” ist endlich vorbei. Die Macht der modernen Technik ist doch erstaunlich, man kann praktisch jeden auf der Welt finden. Das mag zu denken geben.

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