Bodensee im Juli

Leise plätschert Wasser
in sanften Wellen
treffen auf Land
- das meine -

kommen von weit
- schwingend –
um zu grüßen
unseren Raum und Zeit

Jeder Hauch
jeder Duft
jede Regung
dieser Seele

übermenschengroß

Jeder Atemzug
den ich nehme
ist von Dir.

Jeder Stein erzählt
Deine Geschichte
jeder Baum
jeder Strauch
jeder Halm

Jede Blüte
die gedeiht und verwelkt
wie das menschliche Sein
Jeder Tropfen Vergänglichkeit

Heimat ist Raum
ist Geborgenheit
ist die Haut eines Menschen
der dich für immer liebt

Heimat ist Mut
Heimat ist Frieden
Heimat ist Lebenskraft
Heimat bin ich

und hier zuhause
im Land meiner Seelen
in Dir.

——————————————————————————–

Dieser Text stammt von © Markus Lochmann 1995-2004
-> http://www.mcl-media.de

Eine Definition des Glücks

Kategorie: Lyrik — am Donnerstag, 13.Oktober 2005 um 03:42 Uhr

Glück
erfährt man genau
in dem Moment

in dem man
zurückblickt
auf sein Leben

verstehend, daß man
keine Sekunde, keinen Augenblick
davon ändern möchte, kann

weil alles so kommen mußte.
Es war richtig.
Notwendig.
Unausweichlich.

Glück
ist zu verstehen, daß
alles doch
seinen Sinn hat.

——————————————————————————–

Dieser Text stammt von © Markus Lochmann 1995-2004
-> http://www.mcl-media.de

Herbstabend

Kategorie: Lyrik — am Donnerstag, 13.Oktober 2005 um 03:41 Uhr

Es ist Herbst.
Ich fühle die Kälte,

lege eine Decke
um meine frierenden Füße.

Melancholie säumt die Bilder
der prächtigen Farben.

Ich sterbe mit jedem Jahr
ein Stückchen mehr.

Die Kraft, die Schönheit,
die Vernichtung des Lebens,

fasziniert immer wieder.
Geruch des modernden Laubes.

Wirbelnde Blätter, bunt gefärbt ihr Ende zeigend,
glücklich tanzend im tosenden Sturm.

Das Gefühl der Vergänglichkeit
wühlt auf, erinnert.

Winter hart, ich warte auf dich.

——————————————————————————–

Dieser Text stammt von © Markus Lochmann 1995-2004
-> http://www.mcl-media.de

Der Mond

Kategorie: Lyrik — am Samstag, 8.Oktober 2005 um 06:35 Uhr

Er leuchtet in der Ferne
scheint sein Lichte fahl,
- spüre ich die Wärme
trotz der dunklen Qual

Auch kaltes Licht das strahlet
Liebe in sich aus
So wie all die Sterne
senden Leben aus

Der Mond ist nur ein Spiegel
der die warme Sonne bricht
Und wenn ich daran denke:
- kalt ist das Dunkel nicht

Und wenn am nächsten Morgen
der Tag so hell erstrahlt
sind all die vielen Geister
der dunklen Nacht verjagt

Auch im hellsten Sonnenlicht
das strahlt vom Himmel heiß
vergesse ich den Mondschein nicht
mit seinem bleichen Weiß

Der mir den Weg durch’s Dunkel zeigt
- immer, Nacht für Nacht
auch wenn das Schwarz dem Ende neigt
und mein Leben wieder lacht

Ohne ihn gäb’s Hoffnung nicht
für uns Seelen ohne Schlaf
und ohne dich kein Sonnenlicht
für einen, den das Dunkel bitter traf

Du edler Mensch an meiner Hand
mein himmlischer Begleiter
mit dem mich diese Nacht verband
- wie geht die Engelsreise weiter?

Schau, da oben, siehst Du es,
das glühende Gestein,
komm, schmieg Dich ganz eng an mich,
sei einen Moment lang mein.

Da, siehe! Schau, da oben!
Siehe, Liebstes, siehst du nicht?
Der Mond – er trägt doch

dein Gesicht.

Kastanienbaum im Herbst

Kategorie: Lyrik — am Samstag, 8.Oktober 2005 um 05:39 Uhr

riechst du ihn?
den geruch der modernden kastanienlaubes.
komm. rück ein wenig näher. ganz nah, so.
sieh, der baum stirbt, könnte man meinen.
dabei wirft er nur seinen glänzenden mantel ab. seinen anzug.
seine schminke. sein tupee.
nicht das gelb des herbstes hat
seine wangen geschmückt,
nicht das rot der nahenden kälte.
der blätter saft, ihr reifes grün,
das leben schlechthin, waren seine fassade.
hinter ihr verbarg er sein knorriges schwaches gerüst.
als atmete er ein, zieht er nun
seinen saft in die geschützten wurzeln zurück.
dabei fällt die fassade in tosendem sturm,
krachen die äste, bloss liegt
der schwarze unförmige rumpf.
im schutze der kälte dann,
verborgen im radikus, umwogen von
seinem reifendem saft, schlummert der
riese von der welt unbemerkt.
wie stachelig doch seine früchte sind.
und wieviel nahrung sie enthalten.
auch im nächsten jahr werden derer früchte wohl viele sein.
siehst du, so ist das leben.
manch kahler baum sammelt sich
an seinen wurzeln.
und siehst du auch, manch
fallende fassaden dienen dem rückzug
in mutter erdes schützenden schoss.
zur besinnung. zu sich.
und riechst du ihn, wanderer,
den modrigen geruch? Es ist auch
der menschheit geruch,
der geruch allen lebens.

Dieser Text stammt von © Markus Lochmann 1995-2004
-> http://www.mcl-media.de

« Vorherige SeiteNächste Seite »