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Dies ist die Homepage von Markus Lochmann. Hier finden Sie meine Aktivitäten rund um das Internet, Projekte, Privates, Lebenslauf, Hobbys und Texte. Viel Spass!

Blog-Umbau

Kategorie: Lyrik — am Donnerstag, 2.Dezember 2010 um 01:34 Uhr

Hallo, ich stelle meine Blogs um. Lyrik finden Sie ab sofort nur noch auf Seelenbildner.de oder unten per RSS  eingebunden. Ich möchte diese Seite als “Übersichts-Seite” gestalten und die verschiedenen Inhalte in separate Unterblogs verlagern. Neu hinzu kommt ein Bereich auf Englisch.

Walking The Dog In a Stormy Summer Night

Kategorie: Lyrik — am Donnerstag, 26.August 2010 um 03:11 Uhr

Stop! It said.
Stop wanting, now, it yelled.
I kept walking. The clouds were low.
STOP WANTING! It shouted.

Thunder rumbled, roaring as hell.
Lightning struck nearby.
So near, I could smell the burning.
Stop wanting! It cried, yet once again.

You had your share, it said.
Rain started to pour.
You’ve seen enough. It whispered.
Lightning struck. Booom.
You have lived your life, it yelled.

I was completely wet now, freezing.
Not afraid, but certain.
If I stop wanting, I said, with anger,
I will be dead.

Strike me, lighting of destiny.
Rip me apart.
End this existence,
if your plan is already fulfilled.

If I stop dreaming, and my soul stopped
longing for life, screaming, ah so loudly,
in the storm of this dreadful night
to find a cure to the burn in my heart.

This being should be over,
this body destroyed,
this mind annihilated,
this soul recombined.

No God and no voice
in that stormy cloud
could make me surrender
just because of – time?

Maybe the dreams will return
once the storm passes by
and I will be happy again
completed, with you, my friend.

Yet, it shouts, that evil voice,
in this fierce thunder storm -
yet is the magical purpose of this life
to be revealed to the knowing.

You are getting closer, though, I admit.
Your rough winds are whipping my face.
Your splashing drops are the sharp cutting needles
of all those days lived and gone by.

Days of useless time,
spent with worthless waiting
of things not to come,
now washing away in beautiful rhythmical waves.

Just as thoughts come in waves,
made out of tears
of millions of souls
suffering.

Home again,
I lay aside my watery clothes,
wondering how nicely
tears and thunderstorms blend.

(July 2010)

“Was mich bewegt” von Rainer Maria Rilke

Kategorie: Lyrik — am Samstag, 19.September 2009 um 06:59 Uhr

Man muss den Dingen
Die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen -
und dann
Gebären…

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit …

Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.

…aus einer Email an einen Freund

Kategorie: Lyrik — am Dienstag, 23.Oktober 2007 um 00:13 Uhr

Ich versuche nun, die Mitte zu finden und ein wenig innere Ruhe. Nach der Erkenntnis des materiell Endlichem, des menschlich Unzureichendem und des geistig Verfallendem bleibt nur das Erleben des Augenblicks als sinnstiftendes Element zur Erreichung des temporären Gefühls, welches uns an das Glücklichsein erinnern lässt….(mcl)

und passend dazu die Tage gefunden (30.10.07):
Ich habe die friedlichste Gesinnung. Meine Wünsche sind: eine bescheidene Hütte, ein Strohdach, aber ein gutes Bett, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Tür einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, lässt er mich die Freude erleben, dass an diesen Bäumen etwa sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden. Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem Tode alle Unbill verzeihen, – die sie mir im Leben zugefügt – ja, man muß seinen Feinden verzeihen, aber nicht früher, als bis sie gehenkt werden.
(H. Heine, Gedanken und Einfälle)

Die Wanderratten

Kategorie: Lyrik — am Sonntag, 11.März 2007 um 03:28 Uhr

Aktueller den je…

von Heinrich Heine

Es gibt zwei Sorten Ratten:
Die hungrigen und satten.
Die satten bleiben vergnügt zu Haus,
Die hungrigen aber wandern aus.

Sie wandern viele tausend Meilen,
Ganz ohne Rasten und Weilen,
Gradaus in ihrem grimmigen Lauf,
Nicht Wind noch Wetter hält sie auf.

Sie klimmen wohl über die Höhen,
Sie schwimmen wohl durch die Seen;
Gar manche ersäuft oder bricht das Genick,
Die lebenden lassen die toten zurück.

Es haben diese Käuze
Gar fürchterliche Schnäuze;
Sie tragen die Köpfe geschoren egal,
Ganz radikal, ganz rattenkahl.

Die radikale Rotte
Weiß nichts von einem Gotte.
Sie lassen nicht taufen ihre Brut,
Die Weiber sind Gemeindegut.

Der sinnliche Rattenhaufen,
Er will nur fressen und saufen,
Er denkt nicht, während er säuft und frißt,
Daß unsre Seele unsterblich ist.

So eine wilde Ratze,
Die fürchtet nicht Hölle, nicht Katze;
Sie hat kein Gut, sie hat kein Geld
Und wünscht aufs neue zu teilen die Welt.

Die Wanderratten, o wehe!
Sie sind schon in der Nähe.
Sie rücken heran, ich höre schon
Ihr Pfeifen – die Zahl ist Legion.

O wehe! Wir sind verloren,
Sie sind schon vor den Toren!
Der Bürgermeister und Senat,
Sie schütteln die Köpfe, und keiner weiß Rat.

Die Bürgerschaft greift zu den Waffen,
Die Glocken läuten die Pfaffen.
Gefährdet ist das Palladium
Des sittlichen Staats, das Eigentum.

Nicht Glockengeläute, nicht Pfaffengebete,
Nicht hochwohlweise Senatsdekrete,
Auch nicht Kanonen, viel Hundertpfünder,
Sie helfen Euch heute, Ihr lieben Kinder!

Heut helfen Euch nicht die Wortgespinste
Der abgelebten Redekünste.
Man fängt nicht Ratten mit Syllogismen,
Sie springen über die feinsten Sophismen.

Im hungrigen Magen Eingang finden
Nur Suppenlogik mit Knödelgründen,
Nur Argumente von Rinderbraten,
Begleitet mit Göttinger Wurst-Zitaten.

Ein schweigender Stockfisch, in Butter gesotten,
Behaget den radikalen Rotten
Viel besser als ein Mirabeau
Und alle Redner seit Cicero.

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