aus Das Dritte Kind, 2002

Und da sah ich sie sitzen, mit ihren kleingeistigen Gesichtern; den beißenden Qualm ihrer billigen Zigaretten inhalierend. In vermeintlicher Lässigkeit, im Leichtsinn ihrer blühenden Jugend, in ihren Augen das glänzende, glitzernde Wollen eines noch nicht gewordenen Geistes. Auch die Unwissenden, so schien es, konnten in diesem Moment das Unaussprechliche des Zaubers spüren. Den schrecklichen Preis dieses Zaubers konnten sie jedoch nur ahnen, sie, die einfachen, aber nicht kennen. Den Preis des Zaubers der großen und wahren Liebe, der Bestimmung, des Karmas, des Schicksals und der Ergebung, des immerwährenden Wunders zwischen Hera und Zeus, des Kampfes zwischen Finsternis und Licht, zwischen Himmel und Erde, zwischen Mann und Frau; des Zaubers der meine Seele mit pulsierenden Leben so schmerzhaft erfüllte, eines Zaubers dessen wahre Herkunft nun mein Zuhause geworden war…(Das Dritte Kind, 2002)

Über die Religion

Kategorie: Essay — am Freitag, 31.Juli 2009 um 19:37 Uhr

Was als lose Ansammlung einiger Gedanken begonnen hat, bekommt, inspiriert von Dostojevskis „Geschichten aus dem Kellerloch“, langsam die Gestalt einer Novelle. Der Erzähler ist ein von der Gesellschaft an den Rand seiner Existenz gedrückter und verkannter Philosoph, der absichtlich als Eremit lebt und laut spottend über seine Gesellschaft sinniert. In einzelnen „Sessions“ wird er große Lebensbereicht aus seiner Sicht erzählen – immer sarkastisch kommentierend und von der eigenen Lebensenttäuschung dominiert.


Aus einem prosaischen Text II

Über die Religion

So, hallo, hier bin ich wieder. Keine Sorge, ich habe mich von meinem gestrigen* geistigen Höhenflug erholt. Ich fühle mich immer noch etwas benommen vom dringenden Erforschen des eigenen Ichs. Doch ich bereue nichts.

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