Das Wort Revolution wurde im 15. Jahrhundert aus dem spätlateinischen revolutio („das Zurückwälzen, die Umdrehung“) entlehnt und zunächst als Fachwort in der Astronomie für die Umdrehung der Himmelskörper verwendet. Später wurde Revolution auch allgemein für „Veränderung, plötzlicher Wandel, Neuerung“ gebräuchlich. Die heutige Bedeutung als „gewaltsamer Umsturz“ bildete sich erst im 18. Jahrhundert unter dem Einfluss des französischen révolution und der Französischen Revolution.

In den folgenden Kapiteln werde ich die Revolutionen in Europa und den USA seit dem 17. Jahrhundert auf ihre politische Bedeutung hin skizzieren. Ich verzichte auf die genaue Wiedergabe von Namen, Daten und Fakten und werde statt dessen versuchen, die elementaren Umwälzungen im Gedanklichen System der jeweiligen Gesellschaft auszuarbeiten. Wichtig für unser Gedankenexperiment ist vor allem, was wir aus den „Sollbruchstellen“ der sozialen Wirklichkeit lernen können.

Wichtig scheint mit auch folgende Anmerkung zu sein: Revolutionen verdienen meines Erachtens keiner Glorifizierung. Sie sind in der Regel gewalttätige Umstürze, in denen Populistische Agitatoren die vorgedachten Ideen einer gedanklichen Elite mehr oder minder gelungen in pragmatische Politik umsetzen. In der Regel geht das mit dem Machterwerb auch schief – der Agitator vergisst seine geistigen Väter und berauscht sich an „seinem“ Sieg. Mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung des jeweiligen Landes.

Also sind die Vordenker der Revolutionen die wichtigen Leute, nicht die ausführende Masse. Das sollten wir uns merken, vor allem, wenn wir an 1917 und den darauf folgenden Kommunismus denken, der mehr Menschen das Leben gekostet hat, als jede andere Ideologie auf diesem Planeten bisher.

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